Die Bezeichnung Hymne (von griech. *hymnos*) steht für eine feierliche Lobpreisung. Während sie historisch oft als Synonym zur Ode galt, unterscheidet sie sich heute durch ihren begeisterten, melodischen Charakter von der eher streng strukturierten Ode.
In der Antike dienten Hymnen der rituellen Verehrung von Göttern und Helden. Im Mittelalter festigte sich die Gattung als christlicher Lobgesang auf Gott, der überwiegend in lateinischer Sprache verfasst wurde. Einen bedeutenden Wandel vollzog das 18. Jahrhundert: Dichter wie Klopstock befreiten die Hymne von formalen Zwängen wie Reim und Metrum. In der Epoche des Sturm und Drang erreichte sie ihren künstlerischen Höhepunkt durch den Einsatz freier Rhythmen und eines erhabenen Tonfalls.
In der Neuzeit weitete sich das Themenspektrum auf individuelle Gefühle sowie Ideale wie Freiheit und Natur aus. Typische Kennzeichen sind:
Eine politisch bedeutsame Sonderform ist die Nationalhymne, die seit dem späten 18. Jahrhundert als offizielles staatliches Symbol fungiert. Sie dient der Repräsentation eines Landes und wird bei offiziellen Anlässen als Ausdruck nationaler Identität und Zusammengehörigkeit gesungen.