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Sonett

Das Sonett (ital. *sonetto* für „Klingstück“) entstand im 13. Jahrhundert in Italien. In Deutschland erlangte die Form besonders während des Barock durch Dichter wie Martin Opitz und Andreas Gryphius große Bedeutung und wurde später in der Romantik erneut aufgegriffen.

Formale Struktur

Ein Sonett zeichnet sich durch eine streng reglementierte äußere Form aus. Es besteht aus insgesamt 14 Versen, die in vier Strophen unterteilt sind:

Das klassische Reimschema sieht für die Quartette oft umschließende Reime (abba) vor, während die Terzette variablere Muster (z. B. cdc dcd) aufweisen. Als Versmaß diente im deutschen Barock häufig der sechshebige Jambus (Alexandriner).

Inhaltliche Dialektik

Die formale Gliederung korrespondiert meist mit einem logischen Gedankenaufbau. Häufig präsentieren die Quartette eine These oder eine Problemstellung, während die Terzette eine Antithese, eine überraschende Wendung oder eine abschließende Synthese formulieren. Dieser inhaltliche „Schnitt“ macht das Sonett zu einer besonders prägnanten Form der Gedankenlyrik.