Das Volkslied stellt eine der schlichtesten und ursprünglichsten Formen der Lyrik dar. Es ist eng mit der Tradition des Gesangs verknüpft, was sich auch im Namen widerspiegelt, da Lyrik ursprünglich oft von Instrumenten wie der Lyra begleitet wurde. Geprägt wurde der Begriff maßgeblich von Johann Gottfried Herder, der darin ein „Lied aus der Seele des Volkes“ sah – ein Medium für authentische und schlichte Empfindungen.
Die besondere Wirkung des Volkslieds beruht auf seiner formalen Einfachheit und hohen Eingängigkeit. Zu den wesentlichen Kennzeichen gehören:
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts etablierten Herder und Goethe das Volkslied als Gegenentwurf zum rationalen Klassizismus der Aufklärung. Im Fokus stand eine Dichtung, die als unmittelbarer, spontaner Gefühlsausdruck fungierte und durch ihren ursprünglichen Stil eine neue Form der künstlerischen Originalität verkörperte.